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Magazin für digitale Wertschöpfung in der Bau- und Immobilienbranche

CAFM World 2026: Der Betrieb beginnt vor der Übergabe

Ein Gebäude wird übergeben, seine Daten oft nicht wirklich. Was in der Planung entsteht, muss im Betrieb erst einmal auffindbar, brauchbar und aktuell sein. Die CAFM World 2026 zeigt, warum davon weit mehr abhängt als die Wartung: vom Einsatz intelligenter Gebäudetechnik bis zur Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Die Einbindung der CAFM World in die BIM World MUNICH ermöglicht einen interdisziplinären Austausch aller Prozessbeteiligten.

Hier sieht man ein Bild, das einen Ausschnitt der Veranstaltung darstlltRM Rudolf Müller Events GmbH
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Wenn ein Gebäude übergeben wird, ist das Bauprojekt abgeschlossen. Mit dem Betrieb beginnt dagegen erst die längste Phase seines Lebenszyklus. Und mit ihr zeigt sich, welchen Wert die zuvor erzeugten Informationen tatsächlich haben. Beim Wechsel von Planung und Bau in den Gebäudebetrieb reißt die digitale Informationskette jedochg häufig ab. Die CAFM World 2026 widmet sich deshalb nicht nur neuen Systemen, sondern einer grundsätzlichen Frage: Wie werden aus Planungs- und Baudaten verlässliche Informationen für den jahrzehntelangen Betrieb?

Während Planung und Ausführung entstehen Modelle, Pläne, technische Dokumentationen und zahllose Bauteildaten. Doch nicht alles davon gelangt strukturiert in den Betrieb. Informationen werden in andere Systeme übertragen, als PDF archiviert oder nur teilweise übernommen. Was bei der Übergabe noch aktuell war, verliert spätestens nach den ersten Umbauten, Anlagenwechseln oder Nutzungsänderungen den Bezug zur Realität.

Für Betreiber ist das kein abstraktes Datenproblem. Fehlende oder veraltete Informationen erschweren Wartung und Instandhaltung, verfälschen Flächen- und Verbrauchsdaten und erhöhen den Aufwand bei Ausschreibungen, Umbauten und Betreiberpflichten. Auch die Bewertung von Cyberrisiken und damit verbundene Dokumentationspflichten werden schwieriger. Ein digitales Gebäudemodell schafft noch keinen digitalen Betrieb.. Ein digitales Gebäudemodell schafft noch keinen digitalen Betrieb.

Die CAFM World greift all diese Herausforderungen auf und schafft mit Ausstellung und Konferenz eine Plattform für interdisziplinären und praxisorientierten Austausch. Am 24. und 25. November 2026 bringt sie im ICM München Betreiber, Eigentümer, Facility Manager, Planer, Verbände und Technologieanbieter zusammen. Die Veranstaltung ist als eigener Bereich in die BIM World MUNICH eingebunden. gefma und CAFM RING begleiten sie als Schirmherren. EuroFM bringt die europäische Perspektive des Facility Managements ein, der VDMA als Kooperationspartner die Sicht der Gebäudeautomation und Elektrotechnik. Mit dem Verband für Sicherheitstechnik (VfS) ist zudem ein Akteur vertreten, der den Blick auf Sicherheit und kritische Infrastrukturen erweitert.

Vom Themenbereich zur eigenen Plattform

Die Verbindung zwischen BIM und Facility Management gehört bereits seit einigen Jahren zum Programm der BIM World MUNICH. Seit 2024 bündelt die CAFM World dieses Themenfeld in einem eigenen Ausstellungs- und Kongressbereich. Für 2026 wurde die Fläche erneut erweitert. Nach aktuellem Stand sind 31 Unternehmen und Organisationen angekündigt. Vertreten sind Softwareanbieter, Facility-Service-Unternehmen, Beratungen und Verbände. Hinzu kommen Aussteller mit Bezug zum Gebäudebetrieb im Expobereich der BIM World. Insgesamt nennt der Veranstalter mehr als 250 Aussteller und über 8.500 erwartete Fachbesucherinnen und Fachbesucher für die gesamte BIM World MUNICH.

Die wachsende Bedeutung der CAFMWorld im Gesamtkontext der Messespiegelt zugleich die Entwicklung des Marktes wider. CAFM steht nicht mehr allein für die Verwaltung von Flächen, Anlagen und Wartungsterminen. Moderne Betriebsplattformen sollen Daten aus CAFM, Gebäudeautomation, BIM, IoT-Anwendungen und Energiemanagement zusammenführen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dokumentation, Cybersecurity, Energieeffizienz, Dekarbonisierung und Betriebssicherheit.

Mehr als eine technische Übergabe

Der Übergang vom BIM-Modell in ein CAFM-System wird häufig als Schnittstellenaufgabe betrachtet: Daten exportieren, zuordnen und importieren. Technisch ist das anspruchsvoll. Die entscheidenden Fragen liegen jedoch davor: Welche Informationen braucht der Betrieb tatsächlich, und wer stellt ihre Qualität und Aktualität sicher? Für den Betrieb zählen nicht möglichst viele Daten, sondern die richtigen Informationen in vereinbarter Qualität. Der Bauherr muss die Anforderungen des späteren Betriebs deshalb früh in die Planung einbringen – möglichst gemeinsam mit dem künftigen Betreiber oder Fachleuten aus dem Facility Management. Sonst wird übergeben, was im Projekt vorhanden ist, und nicht unbedingt das, was später gebraucht wird. Mit jeder zusätzlichen Datenquelle wächst allerdings auch die Gefahr neuer Silos. Entscheidend ist daher nicht, wie viele Systeme ein Gebäude besitzt, sondern ob Informationen zwischen ihnen eindeutig zugeordnet, ausgetauscht und dauerhaft gepflegt werden können.

auf diesem Bild sieht einen Ausschnitt der CAFM World 2025RM Rudolf Müller Events GmbH

CAFM World 20251 / 3

auf diesem Bild sieht eine Präsentation auf der Breakout-Session der CAFM World 2025RM Rudolf Müller Events GmbH

CAFM World 2025 Breakout Session2 / 3

RM Rudolf Müller Events GmbH

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Zwischen PDF, Datenplattform und digitalem Zwilling

Das Konferenzprogramm greift diese Fragen auf.

  • Spencer ten Brink von Autodesk beschreibt einer der zentralen Probleme zugespitzt mit dem Titel „FM stirbt im PDF“. Im Mittelpunkt steht die Diskrepanz zwischen digitalem Planen und einem Betrieb, der weiterhin mit Zeichnungen, Tabellen und verstreuten Ablagen arbeiten muss. Verlässliche Bestandsdaten, so seine Botschaft, sind nicht nur eine technische, sondern auch eine organisatorische Aufgabe.
  • Manuel Wider, CEO des BIM- und Datenmanagement-Spezialisten CADMEC, setzt noch früher an. Sein Vortrag stellt einen „AI-ready Daten-Backbone“ in den Mittelpunkt. Definierte Anwendungsfälle, Datenmodelle, Qualitätsprüfungen und Governance sollen die Grundlage dafür schaffen, dass BIM, CAFM, digitale Zwillinge und KI sinnvoll zusammenspielen können.
  • Wie sich Anforderunge an die Datenübergabe standardisieren lassen, behandelt Dr. Christof Duvenbeck vom CAFM-Softwareanbieter RIB IMS anhand der DIN SPEC 91555. Neben CAFM-Anwendungsfällen und Betriebskostenprognosen geht es um die Frage, wie sich Bestandsmodelle aus Plänen, Punktwolken und Bilddaten erzeugen lassen . KI-gestützte Verfahren sollen dabei helfen, bestehende Informationen zu erfassen und zu strukturieren.
  • Einen anderen Ansatz verfolgt Kathrin Aehling von Energie- und Automatisierungsspezialisten Schneider Electric. Unter dem Begriff „Building Operating System“ beschreibt sie eine Plattformebene, die Daten aus Gebäudeautomation, Energie, CAFM und digitalen Zwillingen zusammenführen soll. Dahinter steht ein nachvollziehbares Ziel: Statt jedes System isoliert zu betreiben, sollen Informationen gemeinsam nutzbar werden.
  • Welchen Wert verknüpfte Betriebsdaten entfalten können, zeigt Johannes Eppler von Seatti, einer Workspace-Management-Plattform, am Beispiel der Büroauslastung. Buchungen allein sagen wenig darüber aus, wie Flächen tatsächlich genutzt werden. Werden Buchungs-, Zugangs- und Präsenzdaten gemeinsam betrachtet, entsteht eine belastbare Grundlage für Entscheidungen über Arbeitsplätze, Besprechungsräume oder die Zusammenlegung von Flächen.

Europäischer Austausch statt nationaler Insellösungen

Mit EuroFM erhält die CAFM World zusätzlich eine europäische Perspektive. Das Netzwerk verbindet Wissenschaft, Ausbildung und Praxis des Facility Managements über Ländergrenzen hinweg. In einem von EuroFM präsentierten Panel diskutieren Chairwoman Natalie Hofman und Piet Jan Bloem von AIMZ einem Unternehmen für KI-gestützte Optimierung von Gebäudetechnik, wie sich KI und Gebäudedaten im Facility Management nutzen lassen. Dabei geht es nicht allein um neue Anwendungen. Entscheidend ist, wie KI in bestehende Betriebsstrukturen eingebunden werden kann, ohne zusätzliche Datensilos und Insellösungen zu schaffen. Gerade bei international genutzten Immobilienportfolios gewinnt diese Frage an Bedeutung. Technische Standards, Datenstrukturen und regulatorische Anforderungen unterscheiden sich teilweise erheblich. Gleichzeitig sollen Gebäude über Länder- und Systemgrenzen hinweg vergleichbar gesteuert und bewertet werden können.

Wenn Gebäude und Maschinen zusammenarbeiten

Wie weit die Vernetzung von Gebäuden und technischen Systemen künftig reichen kann, zeigt das Panel „Facility Management 4.0“. Christian Peter vom Hotelkompetenzzentrum, Thorsten Munz vom Tür- und Gebäudeautomationsspezialisten GEZE, Oliver Helemann vom Automatisierungstechnikanbieter Phoenix Contact und Martin Haubensack vom Servicerobotik-Spezialisten PHILON Service Robotics diskutieren, wie autonome Roboter mit Türen, Aufzügen und technischer Infrastruktur interagieren können. Dabei geht es nicht nur um die Fähigkeiten der Maschinen. Auch das Gebäude selbst muss auf diese Form der Interaktion vorbereitet sein. Ein Serviceroboter, der selbstständig zwischen Etagen wechseln soll, benötigt mehr als eine Karte des Gebäudes. Türen, Aufzüge und Zutrittssysteme müssen technisch erreichbar sein, Schnittstellen müssen zusammenpassen und Zuständigkeiten eindeutig geregelt werden.

Fehlende Standards sowie offene Fragen zu Verantwortung und Haftung begrenzen den praktischen Einsatz bislang ebenso wie der Entwicklungsstand der Robotik. Das Beispiel macht sichtbar, wohin sich Facility Management entwickelt: Der Betrieb wird stärker abhängig von der Anschlussfähigkeit seiner Systeme und der maschinellen Lesbarkeit seiner Informationen.

Wenn der digitale Betrieb ausfallsicher sein muss

Je stärker Gebäude vernetzt werden, desto wichtiger wird neben ihrer Effizienz auch ihre Widerstandsfähigkeit. Fällt eine zentrale Plattform aus, werden Daten manipuliert oder ist ein technisches System nicht mehr erreichbar, kann aus einem IT-Problem unmittelbar ein Betriebsrisiko entstehen.

Besonders deutlich wird das bei kritischen Infrastrukturen. Krankenhäuser, Rechenzentren, Energieanlagen und öffentliche Einrichtungen müssen auch unter außergewöhnlichen Bedingungen funktionsfähig bleiben. Dafür reicht es nicht, einzelne Anlagen technisch abzusichern. Betreiber müssen wissen, welche Systeme voneinander abhängen, welche Prozesse besonders kritisch sind und wie der Betrieb bei Störungen aufrechterhalten werden kann.

CAFM-Systeme und digitale Betriebsplattformen können dafür eine wichtige Grundlage schaffen. Sie dokumentieren Anlagen, Zuständigkeiten, Wartungsstände und technische Abhängigkeiten. Die CAFM World nimmt Resilienz, Cybersecurity und den Betrieb kritischer Infrastrukturen deshalb ausdrücklich in ihren Themenrahmen auf. Damit erweitert sich die Diskussion: Gebäudedaten sollen nicht nur Prozesse effizienter machen. Sie müssen auch dazu beitragen, den Betrieb unter veränderten oder erschwerten Bedingungen abzusichern.

  • Ausschnitt AusstellerflächeRM Rudolf Müller Events GmbH
  • EURO FM PanelRM Rudolf Müller Events GmbH
  • Ausschnitt Ausstellerfläche 2025RM Rudolf Müller Events GmbH
  • Hier sieht man die FM Lounge 2025RM Rudolf Müller Events GmbH
  • CAFM World Panel 2025RM Rudolf Müller Events GmbH

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